Historie

Die Kolpingkapelle Burgsinn ist Teil der Kolpingsfamilie Burgsinn und trat am 1. Mai 1958 das erste Mal öffentlich auf. Der offizielle Beschluss eine Kapelle zu gründen, erfolgte in der Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie am 17. November 1956 und war auf das Betreiben des damaligen Präses Pfarrer Franz Rückel zurückzuführen. Das Geld für die Beschaffung der Instrumente und Noten wurde durch Theateraufführungen, sowie durch Spenden und Bürgschaften der Vereinsmitglieder aufgebracht. Als Dirigent hatte man mit Gregor Jäger einen erfahrenen Musiklehrer gewinnen können. Durch intensives Üben konnte die Kolpingkapelle, wie sie sich jetzt offiziell nannte, schon im Jahre 1958 die kirchlichen Feiertage musikalisch gestalten. Schnell wuchs die Zahl der aktiven Musikanten auf 40 Personen an.

Das Erscheinungsbild der Kapelle hatte sich Anfang der 60-ziger Jahre maßgeblich verändert. Zum einen rein äußerlich, denn man konnte im Juni 1961 zum 75-jÄhrigen Bestehen der Kolpingsfamilie Schweinfurt zum ersten Mal mit einer einheitlichen Tracht auftreten. Zum anderen hatte man sich musikalisch so verbessert, dass man bei großen Festen ein ganzes Abendprogramm gestalten konnte. Die Folge waren Auftritte in ganz Unterfranken und im angrenzenden Hessen.

Ein besonderer Höhepunkt in der Geschichte der Kolpingkapelle war das Mitwirken beim Internationalen Kolpingtag im Juni 1965 in Köln. Noch in guter Erinnerung aus dieser Zeit sind die Auftritte der Kapelle bei den Familiennachmittagen auf der Kegelbahn Interwies und die mehrmals im Jahr stattfindenden Standkonzerte auf dem Rathausvorplatz in Burgsinn.

Nachdem die Musikanten im Jahr 1965 wiederum mit einer neuen Tracht ausgestattet werden konnten, die Schneidermeister und Kolpingbruder Josef Volpert gefertigt hatte, feierte man im Juli 1968 das 10-jährige Bestehen der Kapelle. Dazu hatte man sich ein befreundetes Blasorchester aus Linz in Österreich eingeladen. Ein Konzert in den Würzburger Huttensälen und einen Tag später im Saal der Spessartlichtspiele in Burgsinn, bildeten den musikalischen Höhepunkt der Festtage.

Mitte der 70-ziger Jahre übernahm Edi Volpert den Dirigentenstab. In dieser Zeit gründete man auch eine Jugendkapelle, um für die Zukunft keine Nachwuchssorgen haben zu müssen. Um die jungen Musikerinnen und Musiker kümmerte sich Kolpingbruder Walter Schelbert mit sehr viel Engagement.

Anfang der 80-ziger Jahre wurde dann Wolfgang Herrig mit der Leitung der Musikkapelle betraut, der diese Aufgabe bis heute wahrnimmt. Es wurde sehr viel Geld in die Anschaffung einer modernen Verstärkeranlage investiert, um mit den anderen Kapellen mithalten zu können. Weiterhin wurde das Notenmaterial laufend aktualisiert, um die Musikrichtung und den Musikstil der Zeit anzupassen.

In den 90-ziger Jahren investierte man vor allem in die Instandhaltung der Instrumente und der Technik und modernisierte die Räumlichkeiten, damit die Musikproben in optimaler Umgebung stattfinden konnten. Dies geschah immer mit großzügiger Unterstützung der Katholischen Kirchenstiftung und des Marktes Burgsinn. Weiterhin setzte man auf den eigenen Nachwuchs durch Förderung der musikalischen Ausbildung an der Musikschule. Dadurch konnte der personelle Fortbestand und das musikalische Niveau erhalten bzw. ausgebaut werden.

Heute tritt die Kolpingkapelle ca. 30 Mal im Jahr auf und ist in vielfältiger Weise in das Burgsinner Leben eingebunden. Das zeigt sich vor allem bei kirchlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen. Die Musikanten der Kolpingkapelle Burgsinn sind bei vielen Gelegenheiten gern gesehene Gäste. Zum festen Jahresprogramm gehören die Mitwirkung bei den kirchlichen Festtagen wie Palmsonntag, Weißer Sonntag, Wallfahrt nach Rengersbrunn, Bittprozession, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Allerseelen und Ewige Anbetung. Mit weiteren Auftritten während des Jahres z. B. an Kirchweih, beim Martinszug, am Volkstrauertag, am Seniorennachmittag, beim Adventsmarkt, beim Weihnachtskonzert und bei Festen der Ortsvereine leisten die Musikanten ihren Beitrag zum kulturellen Leben in Burgsinn.